Winzergemeinschaft Feligreno Zwingenberg - Hessische Bergstraße


Landschaft

"Ich sehe die zügig klare Kette von Kegelkuppen, inmitten die beherrschende Form des bucklig untersockelten Melibokus.
Diese Bergkette stemmt sich wie ein Stauwall gegen das breit anrollende Ried. Über die Hänge rauscht es . . .
da brandet ein Blütenmeer."
So schreibt der 1895 in Darmstadt geborene und 1944 in Amerika verstorbene Hans Schiebelhuth
über die Bergstraße. (zitiert nach L. Fertig, Deutscher Süden, Dichter an der Bergstraße, Darmstadt 1994, S. 222)

Von anderen Personen und Persönlichkeiten stammen ähnliche Äußerungen, die auf unsere eigene Sehnsucht
nach dem Süden, nach Italien ausdrücken, das angeblich hier an der Bergstraße einen ersten Anschein erweckt.
Unser Freund Salvatore, treuer Gast und Helfer mit starken Wurzeln in Sizilien,
schaut über die Rheinebene Richtung Südwesten und ruft aus: "Das ist die Bucht von Syracusa!"

Zahlreich sind die künstlerischen und literarischen Werke zum Lob der Landschaft an der Bergstraße.
Ihre natürlichen und historischen Grundlagen reichen weit in unsere Vergangenheit zurück.
Am Rand des Rheingrabens sollte im Erdmittelalter ein Vulkan entstehen,
der jedoch in der Erdkruste stecken blieb und eine Gesteinsschmelze bildete -
den heute sichtbaren harten Kern des Melibokus.

Dieses Gestein, Granodiorit, teilweise von mächtigen Lößauflagen überlagert,
bildet die Grundlage für unsere Weine. Mit diesem "Terroir" mit genereller Südwest-Exposition
haben viele Generationen am Berg gearbeitet, haben Terrassen, Mauern und Wege gebaut
und die Landschaft bebaut und gestaltet. Hinter jeder Kuppe, nach jeder Kurve
bietet sich dem Auge und dem Wein auf kleinen Räumen eine neue Situation
und behauptet die Gegenposition zu einer großtechnisch umgebauten Fläche der Agrarindustrie.

Seit 2010 befinden sich unsere Weinberge im Bereich der Planung zur Flurbereinigung.
Durch aktive Beteiligung an dieser Diskussion versuchen wir, diese Position konsequent zu behaupten.